Mauermaler

StreetArt3Wir machen öfter frühmorgens einen Spaziergang, weil es dann noch nicht so heiß ist. Meine Eltern wecken mich, setzen mich in den Tragegurt und laufen los. Sie sind selbst noch müde und reden nicht viel. Mein Papa macht Fotos und ich lasse mich vor Mamas Bauch hin- und herschaukeln. Meistens schlafe ich dabei wieder ein. Heute bin ich wach geworden, als wir vor einer Mauer standen, an der ein Junge auf einem Moped vorbeifuhr. StreetArt4Erst als ich genauer hingeschaut habe, habe ich gesehen, dass das Moped zwar echt war, aber der Junge nicht. Jemand hat ihn auf die Wand gemalt! Danach haben wir noch andere Mauerbilder StreetArt2entdeckt, zwei Kinder auf einer Schaukel, eine riesige Katze, einen grünen Hund. Was für eine gute Idee. So sehen die alten, bröckeligen Mauern viel schöner aus. Ich finde, jede Stadt sollte ihren eigenen Mauermaler einstellen. Dann wären die Straßen nirgendwo mehr grau und langweilig.

Dscha-eeeee!

Wir sind in einem neuen Land. Malaisia heißt es, ein schöner Name! Diesmal sind wir nur kurz geflogen. Das Flugzeug hatte zwei Propeller, die sich so schnell gedreht haben, dass ich die Flügelblätter nicht zählen konnte. Ich habe kein Bett bekommen, sondern durfte auf Mamas Schoß schlafen. Als ich aufgewacht bin, waren schon fast alle Leute ausgestiegen.

Mir wird Tailant fehlen, weil die Menschen dort so nett waren. Sie haben mich auf den Arm genommen und lustige Geräusche gemacht, wie “dscha-eeeee!” oder “a-dingdingding” und dabei mit den Lippen geschmatzt. Ich hatte immer was zu lachen und es gibt jetzt viele Bilder von mir mit netten Menschen aus Tailant. Hier ist mein Lieblingsbild:Mon

Aber in Malaisia wohnen bestimmt auch liebe Menschen. Als wir darauf warten mussten, dass am Flughafen unsere Pässe abgestempelt werden, kamen drei Frauen in strengen Uniformen. Ich hatte erst ein bisschen Angst, aber dann hat eine von ihnen “dscha-dscha-dscha” gesagt und den Kopf schiefgelegt und gelächelt. Also ich glaube, Malaisia ist auch ein lustiger Ort.

Mückenwolkenalarm

MückenjagdJetzt weiß ich, wozu der weiße Himmel gut ist, den meine Eltern abends über unser Bett spannen. Es ist gemütlich darunter, wie in einem Zelt, aber vor allem sind die Mücken zu dick, um durch die Maschen zu passen. Heute Nacht war es so heiß, dass meine Mama die Tür nach draußen aufgemacht hat… und heute Morgen schwebte eine Mückenwolke über unserer Reisetasche und hinter der Gardine. Meine Mama ist durchs Zimmer gehüpft, hat in die Hände geklatscht und jedesmal einen kleinen Schrei ausgestoßen, das war sehr lustig. Im Supermarkt hat sie dann einen Schläger gekauft, mit dem man Mücken erledigen kann. Seither schleicht mein Papa damit durchs Zimmer und immer, wenn er eine Mücke trifft, gibt es einen Knall und einen blauen Blitz. Das ist superfies und gleichzeitig witzig. Ich weiß nicht genau, ob mir die Mücken leidtun. Aber seit mein Papa den Schläger hat, sind die meisten sowieso wieder zur Tür hinausgeflogen.

Rollen auf dem roten Teppich

Wir waren in einem Haus, in dem möchte ich auch mal leben, wenn ich groß bin. Da gab es einen riesigen Saal, mit einem roten Teppich, auf dem man herumrollen kann, bis einem schwindlig wird. Schööön. TempelteppichAn einer Wand des Saals stand ein goldenes Schloss, mit schimmernden Türmchen und Blumen. Davor saß ein alter Mann im Schneidersitz. Er sah sehr echt aus, aber es war nur eine Figur von jemandem, der schon gestorben ist und früher einmal in dem Haus gelebt hat. Der jetzige Chef des Hauses ist viel jünger, er saß am Rand des Teppichs auf einem Stuhl. Menschen kamen, die sich tief vor ihm verbeugt haben. Mich hat er einfach auf den Schoß genommen. Ich mochte sein Lächeln und seinen Schlüsselbund, mit dem ich spielen durfte. Er hatte nichts an außer einem orangenen Tuch, das er sich um den Körper gewickelt hat. Das sah seltsam aus, aber eigentlich auch ganz bequem. Mein Papa hat gesagt, so ein Haus nennt man Tempel und der Mann war ein Mönch. Er verbringt seine Zeit damit herauszufinden, wie man glücklich wird. Das klingt nach einem sehr vernünftigen Beruf.

Elefantenbad

ElefantbadetWir haben echte Elefanten und echte Elefantenhüter getroffen. Das war toll! Die Tiere mussten früher schwer arbeiten, Baumstämme ziehen oder Stühle mit Touristen schleppen. Jetzt leben sie in einem Lager am Fluss und die Elefantenhüter – die Mahuts! – kümmern sich um sie. Die alten Elefanten können nicht mehr gut kauen, sie bekommen Reisbälle, die fast so groß sind wie mein Kopf… So ein echter Elefant ist riesig und unheimlich stark, dagegen ist Elwis ein Winzling. Einmal konnte ich vorne in einen Rüssel gucken, der war rosa und ganz feucht. ElwisamSeeEin Elefantenküsschen möchte ich lieber nicht bekommen, glaube ich. Meine Mama durfte auf einem Elefanten baden. Er hat sich im Wasser hin und her gedreht, so dass sie beinahe hinuntergeplumpst wäre. Sie hat mir erzählt, dass auf seinem Kopf harte, schwarze Haare wachsen und dass sich die Haut noch rauer anfühlt als Papas Fersen. Jetzt haben wir ein Zimmer an einem See und erholen uns davon, dass wir in den letzten beiden Tagen noch vor der Sonne aufgestanden sind.