Wo die Fledermäuse schlafen

HoehleIch habe mir Höhlen eher dunkel, muffig und unheimlich vorgestellt. Und nicht so verzaubert schön wie die, die wir hier erkundet haben. Wie Kerzen ragen Salzsteine aus ihrem Boden oder hängen wie Gardinen von ihren Decken herab. Ich habe einen bärtigen Zauberer, einen Adler und einen Mann mit langem Umhang gesehen. Meine Mama hat gesagt, die sind auch aus Salzstein. Eine der Höhlen ist so gigantisch furchtbar irre groß, dass ich mich darin winzig wie ein Kieselstein gefühlt habe. Als es Abend wurde, sind Fledermäuse aus ihren Felsspalten geströmt. Sie fangen jede Nacht Insekten, die alle zusammen so viel wiegen wie drei Elefanten. Ein kribbelig krabbelnder Riesenhaufen!
Wir haben den Fledermäusen zugeschaut, wie sie in schwarzen Schlangen in den Himmel getanzt sind, und meine Mama hat mir die Strophe von unserem Schlaflied vorgesungen, die wir gemeinsam gedichtet haben. Reisen ist schön.

Klettern mit Stummelschwanz

Lange Schwänze sind fast noch nützlicher als lange Nasen. Denn damit kann man beim Klettern das Gleichgewicht halten. Das haben wir bei den Affen gesehen, die an dem braunen, breiten Fluss leben, an dem wir einige Tage gewohnt haben. Wir sind auf einem Boot umhergetuckert und haben Tiere beobachtet. Ein paar Affen waren gerade dabei, über ein Seil ans andere Ufer zu klettern. Sie hatten nur einen Stummelschwanz. Deshalb sind sie oft vom Seil gekippt und haben sich meistens im letzten Moment noch festgeklammert. Es sah zu komisch aus. Aber für die Affen war es ziemlich ernst: Im Fluss schwimmen Krokodile. Zum Glück ist niemand hineingeplumpst. Die Affen mit langen Schwänzen waren viel geschicktere Kletterer, so flink könnte ich nie über das Seil laufen. Der Wald am Flussufer war wunderschön. In den Baumkronen haben Orang-Utans ihre Schlafnester gebaut. Es muss toll sein, darin auf dem Rücken zu liegen und in die Wolken zu schauen.

Nasenaffennasen

NasenaffeGroße Nasen sind toll! Mama, Papa, Omi, Oma und Opa haben große Nasen. Doch die sind nichts gegen die Nasen der Nasenaffen, die wir gestern beobachtet haben. Sie sind rund und platt und hängen bis zum Kinn herunter, die der Männchen jedenfalls. Die Weibchen haben spitze Nasen und die Babys niedliche Stupsnasen. Die großen Nasen sind wirklich nützlich. Die Männchen können damit laut tuten, wenn sie die anderen Affen warnen wollen. Wenn sie sich ärgern, läuft die Nase rosarot an. Und wenn sie sich für ein Weibchen interessieren, wackelt ihre Nase auf und ab. Nur wenn sie Blätter fressen, ist die Nase manchmal im Weg, dann müssen die Affen sie beiseite schieben. Ich bin froh, dass meine Nase nicht so groß ist und auch meine Eltern hat sie beim Essen noch nie gestört. Es wäre allerdings witzig, wenn mein Papa mit seiner Nase laut tuten könnte. Ich frage ihn mal, ob er das nicht üben möchte.

Im Hochsitz um den Berg

Kraxe Ab jetzt gehen wir auch wandern! Ich habe nämlich einen neuen Sitz, in dem meine Eltern mich viel bequemer tragen können. Mein Papa sagt, das ist mein Auto und er ist der Motor… Er schnallt sich den Sitz auf die Schultern und um die Hüfte und los geht’s. Wir haben das schon ausprobiert. Gestern sind wir zweieinhalb Stunden lang durch den Wald gewandert. Am Fuß eines Bergs, der aussieht wie ein großer Troll, der auf dem Rücken Mittagsschlaf macht. Ich habe mich schaukeln lassen und mir von meinem Hochsitz aus die Bäume angeschaut. KinabaluManche hatten rote, glatte Rinde, andere waren mit Moos und Blättern überwachsen, als hätten sie Bärte. Wir sind nun in Borneo, einer gigantisch großen Insel mit vielen tollen Tieren. Bald fahren wir dorthin, wo die Orang-Utans leben. Ich freu mich!