Rote Zähne, bunte Seen

Kelimutu Wir sind jetzt auf Flores, auf einer neuen Insel, die auch wieder so groß ist, dass ich gar nicht merke, dass es eine Insel ist. Hier haben fast alle Menschen lockige Haare und sie küssen mich und kneifen mich ständig in die Nase. Ich habe mich schon dran gewöhnt. In dem Dorf, in dem wir die letzten Tage gewohnt haben, kauen die Frauen eine Nuss, die die Zähne rot färbt. KelimutuseeWenn sie lächeln, sieht das schaurig aus. Meine Mama hat die Nuss auch probiert, zum Glück sind ihre Zähne noch weiß. Auf dem Berg über dem Dorf gibt es drei Seen, die drei verschiedene Farben haben. So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen. Mein Papa sagt, die Farbe kommt von den Mineralien, die in den Seen schwimmen. Die hätte ich gern gesehen, aber wir waren viel zu weit oben und die Felswände waren viel zu steil.

Fabelhafter Affenwald

IMakakeBali3ch lerne auf dieser Reise eine Menge über Affen. Darum schreibe ich auch dauernd über sie. Ich mag die Tiere. Seit heute sogar noch mehr, denn sie haben dieselbe Lieblingsspeise wie ich: Bananen und Süßkartoffeln. Zumindest die Affen, die hier auf Bali in einem kleinen Wald leben, der einfach Affenwald heißt. Er ist verwunschen und ein bisschen gruselig. Überall stehen Tiere und böse Geister aus Stein herum. MakakeBali2Die Geister haben Glubschaugen und große Zähne und ihre Zungen reichen fast bis zum Boden. Doch die Affen haben keine Angst vor ihnen, sie springen ihnen auf den Kopf und klettern über ihre Nasen. Die Affen im Affenwald sind heilig, so ähnlich wie die Götter. Deshalb dürfen sie sogar Bonbons essen. Ich habe meiner Mama schon oft gesagt, dass Bonbons auch zu meinen Lieblingsspeisen gehören, aber ich darf trotzdem keins probieren.

Wisum, werde länger!

BaliGebetWir reisen erst mal nicht weiter, weil wir das Wisum länger machen müssen,  sagen meine Eltern. Das arme Wisum, hoffentlich macht ihm das nichts aus. Von mir aus kann es auch klein bleiben, aber Mama und Papa sagen, dann müssen wir Intonesien schon bald wieder verlassen. Das wäre schade, mir gefällt es hier. Die Menschen haben Götter,  denen sie jeden Tag Körbchen aus Blättern und Blumen basteln. Sie stecken ein rauchendes Stäbchen hinein, weil die Götter Rauch mögen. Ich hoffe sehr, dass wir auf der Reise noch einen Gott treffen. Ich würde gern wissen, ob ihm der Rauch nicht in der Nase brennt. Er muss doch schon ganz rote Augen von den vielen Stäbchen haben.