Wachtelwettsingen

WachtelWir sind gerade auf Lombok, noch eine neue Insel, und erholen uns vom Reisen. Das heißt, dass meine Eltern Wäsche waschen, dass wir durchs Dorf spazieren und über den Computer mit meiner Omi und meinem Opa reden. Wir wohnen in einer Hütte aus Holz und Bambus mit einer kleinen Veranda. Es tut gut, nicht viel zu unternehmen, weil ich einen Schnupfen habe. Vielleicht schauen wir heute Abend noch mal bei den Wachteln vorbei. Sie sitzen auf der anderen Straßenseite in Käfigen und um sie herum sitzen Männer mit Schreibtafeln. Die Männer notieren, wie oft jeder Vogel singt. Die Wachteln plustern sich auf und recken ihre Köpfchen hoch und trällern, so laut sie können. Ob sie wissen, dass sie bei einem Wettbewerb mitmachen? Ich finde es gemein, dass nur ihre Besitzer etwas gewinnen. Der erste Preis ist ein Ventilator. Doch der erste Preis sollte die Freiheit sein, für alle Wachteln!

Bei den Walfängern

Image(1)Ich wollte erst nicht in das Dorf fahren, in dem die Menschen Wale töten. Wie gemein! Doch jetzt bin ich froh, dass wir dort waren. Die Walfänger sind richtig nette, lustige Menschen. Wir haben fast zwei Wochen bei ihnen gewohnt. An unserem ersten Tag haben sie vier Pottwale gefangen und sie am Strand aufgeschnitten. Das sah nicht schön aus. Aber die Menschen in Lamalera jagen Wale ja nicht zum Spaß. Image(2)In ihrem Dorf ist die Erde so trocken und steinig und die Küste so steil, dass sie nichts anbauen können. Sie brauchen die Wale. Auf dem Markt tauschen sie ihr Fleisch und Fett gegen Bananen, Süßkartoffeln oder Mais. Jede Familie im Dorf bekommt etwas ab, nichts wird weggeworfen.

Bevor die Walfänger aufs Meer fangen und wenn sie zurückkommen, beten sie zu Gott und danken ihm, dass er ihnen die Wale schenkt. Ihre Boote sind aus Holz und bunt bemalt, mit Segeln aus geflochtenen Palmblättern. Der Waltöter heißt Lamafa. Image(3)Er steht vorn im Boot auf einem Brett und wenn er einen Wal sieht, springt er mit einer Harpune in der Hand auf seinen Rücken. Das ist mutig. Manchmal verfolgen die Männer einen Wal stundenlang, bevor er aufgibt. Mir tun die Wale zwar immer noch leid, aber die Menschen in Lamalera fangen nicht so viele von ihnen. Manchmal erwischen sie nur zwei oder drei im Jahr. Und wenigstens hatten die Wale ein schöneres Leben als die Schweine, die hier überall in kleinen, engen Ställen stehen und am Ende auch gegessen werden…

Quietscheentenkonzert

ImageIch habe mir ein neues Spielzeug gewünscht und fünf bekommen. Die Quietscheenten gab es nämlich nicht einzeln. Mein Papa hat gesagt, dass wir die anderen vier Enten verschenken, weil wir nicht so viel Gepäck haben dürfen. Das war, bevor er herausgefunden hat, dass jede Ente anders quietscht. Jetzt machen wir kleine Konzerte mit ihnen. Wenn man sie schnell hintereinander drückt,  hört es sich an wie Musik. Mein Papa kann auch mit den Enten jonglieren, allerdings bisher nur mit dreien. Die Enten sind fast so lustig wie das Huhn, das auf der Schiffsfahrt hierher unter unserer Bank saß.  Ich durfte es streicheln, auch wenn Mama mir verboten hat, seinen Schnabel zu packen. Das macht Papa mit den Enten doch auch, er haut ihnen sogar auf den Kopf. Na ja, der ist auch aus Gummi.