Ohne Wisum

Meine Mama und ich stecken in Laos fest. Wegen dem Wisum… Es ist in meinem alten Pass und den hat mein Papa mitgenommen, ohne es zu merken. imageEr ist nach Tailant gefahren, um meine Schwester abzuholen, und eigentlich wollten wir uns alle in Kambodscha treffen. Doch ich durfte nicht fliegen, ohne Wisum. Hoffentlich findet mein Papa morgen am Flughafen einen netten Menschen, der meinen Pass mit hierher nimmt. Dann können wir übermorgen los. Bis dahin habe ich meine Mama für mich, und sie hat gesagt, dass wir noch oft auf den Spielplatz am großen Fluss gehen und dass ich morgen wieder mit den Freunden von Budda die Wiese fegen darf. Vielleicht haben sie ja noch ein orangenes Tuch, das ich mir dafür umwickeln kann. Das sieht witzig aus.

Maden, Kröten, Flussgras

imageDie Menschen hier essen merkwürdige Dinge. Schleimiges Gras aus dem Fluss, weiße Maden, Eichhörnchen, winzige Vögel und dicke Kröten. Manche Tiere fangen sie im Wald, obwohl das verboten ist, weil es nicht mehr so viele von ihnen gibt. imageIch finde das richtig doof von den Leuten, aber meine Mama sagt, dass sie sehr arm sind und alles versuchen, um auf dem Markt ein bisschen Geld zu verdienen. Dort haben wir auch wollige, graue Ratten in Käfigen gesehen und Tiere mit runden, fast durchsichtigen Ohren. Mein Papa ist Wegetarier, er isst überhaupt keine Tiere. Ich mag auch kein Fleisch.

Beleuchtungsgesänge

Wir sind in der schönsten Stadt, die ich je gesehen habe. In jeder Straße stehen Hallen, deren Wände mit goldenen Wesen und Mustern bemalt sind. Die Dächer sind verziert mit Flammen und Drachen. Und jeden Abend sitzen Männer und Jungen in dunkelgelben Gewändern in den Hallen und singen wunderschön. Mein Papa sagt, das tun sie, damit sie beleuchtet werden. Das bedeutet, dass sie besonders zufrieden sind und sich über nichts mehr ärgern. Wenn meine Mama mit mir schimpft, singe ich ihr jetzt auch immer was vor. Vielleicht schaffe ich es ja, sie zu beleuchten.