Bei den Walfängern

Image(1)Ich wollte erst nicht in das Dorf fahren, in dem die Menschen Wale töten. Wie gemein! Doch jetzt bin ich froh, dass wir dort waren. Die Walfänger sind richtig nette, lustige Menschen. Wir haben fast zwei Wochen bei ihnen gewohnt. An unserem ersten Tag haben sie vier Pottwale gefangen und sie am Strand aufgeschnitten. Das sah nicht schön aus. Aber die Menschen in Lamalera jagen Wale ja nicht zum Spaß. Image(2)In ihrem Dorf ist die Erde so trocken und steinig und die Küste so steil, dass sie nichts anbauen können. Sie brauchen die Wale. Auf dem Markt tauschen sie ihr Fleisch und Fett gegen Bananen, Süßkartoffeln oder Mais. Jede Familie im Dorf bekommt etwas ab, nichts wird weggeworfen.

Bevor die Walfänger aufs Meer fangen und wenn sie zurückkommen, beten sie zu Gott und danken ihm, dass er ihnen die Wale schenkt. Ihre Boote sind aus Holz und bunt bemalt, mit Segeln aus geflochtenen Palmblättern. Der Waltöter heißt Lamafa. Image(3)Er steht vorn im Boot auf einem Brett und wenn er einen Wal sieht, springt er mit einer Harpune in der Hand auf seinen Rücken. Das ist mutig. Manchmal verfolgen die Männer einen Wal stundenlang, bevor er aufgibt. Mir tun die Wale zwar immer noch leid, aber die Menschen in Lamalera fangen nicht so viele von ihnen. Manchmal erwischen sie nur zwei oder drei im Jahr. Und wenigstens hatten die Wale ein schöneres Leben als die Schweine, die hier überall in kleinen, engen Ställen stehen und am Ende auch gegessen werden…

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